Kaninchenhaltung
Wissenswertes über artgerechte Haltung und Unterkünfte (Ställe, Käfige, Freigehege)
Einzelhaltung ?
Kaninchen sind soziale Tiere und leben in größeren Gruppen von ca. 10 - 20 Tieren (Wildkaninchen). Daher sollten auch Hauskaninchen mindestens mit einem Artgenossen leben dürfen. Die immer wieder auftauchende Meinung , Kaninchen würden dem Menschen gegenüber scheu bleiben, wenn sie einen Artgenossen haben - ist purer Unsinn ! Zwei Hoppler werden genauso zutraulich wie Einzeltiere . Entscheidend ist, ob und wie lange man sich mit den Tieren beschäftigt !
Sitzt ein Kaninchen tagaus/tagein alleine in seinem Wohnungskäfig und bekommt nur kurz sein Futter hingestellt, darf man sich nicht wundern, wenn es menschliche Berührung scheut. Kaninchen sind gesellige, neugierige Tiere. Ein gesundes, zufriedenes Tier ist (nach der Eingewöhnung) neugierig und aufgeweckt. Mit Begeisterung werden Pappkartons untersucht und zerknabbert, im Auslauf die höchsten Hopser und Haken geschlagen und der Futterschüssel wird schon entgegengerannt. Die menschliche Hand ist für Streicheleinheiten und Leckerlis bekannt (da nimmt der Hoppler auch mal lästiges Bürsten in kauf....) Auch sollte man wissen, daß viele Tiere den Arm und die damit verbundene Höhe nicht sonderlich mögen. Damit die Tiere ihre Angst verlieren , sollte *auf den Arm nehmen* langsam geübt werden. Besser ist die Kontaktaufnahme zum Tier am Boden. Zutrauliche Kaninchen haben überhaupt kein Problem damit, es sich aus eigenem Willen auf Beinen oder Schoß *ihres* Menschen bequem zu machen.
Die Rangordnung in der Gruppe - kein Grund zur Einzelhaltung !
Kaninchen haben in ihrer Gruppe eine strenge Rangordnung. Das führt zwangsläufig zu Streiterein innerhalb der Gruppe. Diese werden ausgetragen, die Rangordnung wird festgelegt und es darf wieder geputzt und gekuschelt werden. Diese Rangelein sind nicht nur zwischen männlichen Tieren, sondern zwischen ALLEN Gruppenmitgliedern. Selbst die Kleinsten mit gerade mal 6-8 Wochen zanken schon spielerisch untereinander. Familien oder Kinder die noch wenig Erfahrung mit den Hopplern haben, sind oft völlig überrascht, wieso ihre beiden Lieblinge, die sich bisher bestens verstanden haben, auf einmal anfangen sich zu jagen. Fellbüschel fliegen, möglichst noch ein Piercing in den Ohren.......klappert jedoch die Futterschüssel oder die Neugier wird geweckt ist wieder alles in Ordnung - bis zum nächsten Mal. DAS IST NORMAL ! Wir raten den Kaninchenhaltern immer : Geben Sie den Tieren Platz ! Lassen Sie Käfig oder Stall offen, notfalls bauen Sie ein transportables Freigehege davor (auch im Zimmer - nur für ein paar Tage) Die Hoppler sind erwachsen geworden - nun muß geklärt werden, wer der Chef /die Chefin im *Clan Kaninchen* ist. Trennen Sie die Tiere nicht - sie müssen die Möglichkeit haben, den Rang zu klären. Werden die Tiere getrennt, wird es bei jedem zusammensetzen wieder von vorn beginnen. Ist die Rangordnung aber einmal geklärt, kehrt auch wieder Ruhe ein. Die Streitigkeiten halten meist 1-4 Tage an und sehen gefährlicher aus, als sie sind. Die Tiere brauchen den zusätzlichen Raum / Platz, damit das unterlegene Tier ausweichen kann. Geben Sie ihm die Möglichkeit dazu. Auch sollten für ein paar Tage zwei Futterplätze eingerichtet werden, damit jedes Tier in Ruhe futtern kann. Erfahrungsgemäß leidet der Mensch während dieser Zeit mehr als die Tiere selbst. Die Familie muß zusehen, wie ihre Lieblinge streiten und eins der Tiere immer wieder eins *auf die Mütze * bekommt......glauben Sie uns - da muß man einfach durchhalten (wenn die Kids sich streiten gibt man irgendwann auch auf .........) nach ein paar Tagen ist alles vorbei . Streitigkeiten sind kein Grund Kaninchen als Einzeltiere zu halten - Sie tun dem Tier kein Gefallen damit, wenn es aus *menschlicher* Angst vor ein paar Tagen Gerangel, sein immerhin 8-10 jähriges Leben als Einzeltier fristen muß. Bedenken Sie bitte - die Kinder sind in Kindergarten oder Schule, die Erwachsenen arbeiten. Nachmittags wird mit Freunden gespielt bzw. Haushalt und Einkäufe erledigt - tja und nachts beschäftigt sich man wohl eher selten mit den Hopplern. Wieviel Zeit können Sie am Tag für ein Kaninchen aufbringen ? Eine Stunde ? Ein Kaninchen ist kein Hund oder keine Katze, die sich melden wenn sie ihre Bedürfnisse erfüllt haben möchten - das Kaninchen sitzt einfach in seinem Stall und ist von 24 Stunden vielleicht 1-2 Stunden beschäftigt. 22 Stunden ist es allein - ohne Zuwendung. Tun Sie dies ihrem Tier nicht an ! Geben Sie ihm einen Artgenossen, mit dem er kuscheln, putzen, streiten und spielen kann.
Aussen oder Wohnungshaltung ?
Die schönste Art der Kaninchenhaltung ist in einem Aussenstall mit großzügigem Freigehege. Dies ist leider nicht für alle möglich, oft möchten Kaninchenliebhaber Tiere aufnehmen - haben aber keinen Garten / Grundstück. Alternativ bietet ein Balkon eine gute Möglichkeit. Man kann den Aussenstall an eine geschützte Ecke stellen und hat den Balkon gleich zweckmäßig als Freigehege (und erspart sich dadurch die lästige Drahtzieherei bei einem Freigehege). Auch auf dem Balkon läßt sich eine Buddelkiste oder Blumenkästen mit Gras, Kräutern oder Futterpflanzen aufstellen. Die Hoppler haben ihre Freude daran. Ist auch kein Balkon vorhanden - tja, dann bleibt nur noch das Zimmer. Inzwischen gibt es auch für die Wohnungshaltung schon geräumige Etagenkäfige. Für zwei Tiere empfehlen wir immer einen DOPPEL-Stall / Käfig ! Bei Wohnungshaltung kann man den Tieren *stubenreinheit* antrainieren. Kaninchen sind sehr saubere Tiere und benutzen meistens nur eine Ecke um ihre Bedürfnisse zu verrichten. Gewöhnen Sie die Tiere an eine Toilette - so steht einem täglichem langen Auslauf in der Wohnung nichts im Wege (Achtung: Es sollten keine Elektrokabel und Knabberreichweite sein, dies gilt ebenso für das gute alte, wertvolle Familienerbstück, dessen Beine aus nettem Holz sind.....auch Teppichfransen sind sehr interessant - es sollte also auch nicht unbedingt das Zimmer mit dem guten Perser sein.......) Viele von den Kaninchenliebhabern die bei uns ihre neuen Familienmitglieder gefunden haben bestätigen uns immer wieder, daß ihre Lieblinge den ganzen Tag frei in der Wohnung herumlaufen und die Käfigtür immer offen steht. Mit ein bischen Vorbereitung und Überlegung (Verlegung von Elektrokabeln, in welches Zimmer, wo ist die Tabu-Möbel-Zone usw.) vor dem Kaninchenkauf, kann man auch in der Wohnung seinen Tieren eine schönes, artgerechtes Zuhause bieten.
in Kürze:
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Wissenswertes zur Aussenhaltung
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Ställe und Käfige
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Wissenswertes zur Wohnungshaltung
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